Dienstag, Oktober 16, 2018

Muonio


So wie der Vortag aufhörte begann der nächste: es war ungemütlich und nieselig. An Wandern war nicht zu denken. Aber die Gelegenheit war günstig um die nächste Stadt zu besuchen. Wir entschieden uns nach Muonio zu fahren, um so auch "unseren" See den Jerisjärvi zu umrunden. 

Muonio liegt nahe der schwedischen Grenze und ist eher eine Gemeinde. Auch dieser Ort wurde im Lapplandkrieg völlig zerstört. Eine Kirche liegt auf einer Anhöhe und wacht über den Ort. Ringsherum gruppieren sich kleine bäuerliche Anwesen und ein Feriendorf.

Sonst gab zwei Supermärkte (so konnten wir uns mit frischem Gemüse und Brot eindecken), eine Tankstelle, ein Restaurant und ein Hotel mit Souvenierladen. 



Abends fanden wir einen neuen Weg zum See - es war schon dunkel, aber das Laub leuchtete.



 Die Sonne gab ihr bestes - ein besonderer Schein lag über dem Wasser.


Fahrt nach Muonio:

https://www.komoot.de/tour/46129242


Wandern in der Einsamkeit


So, da sind wir nun mitten im Wald - in diesem kleinen Häuschen wird das Holz für den Kamin gelagert.




Und so starteten wir den ersten Tag, ab in den Wald und Umgebung erkunden. Der Waldboden ist sehr weich und vielschichtig bewachsen. Wirklich überall wachsen Blaubeeren, die man sich sofort in den Mund stecken kann. 




Mich begeisterte die Pflanzenvielfalt. Überall gab es Moose und Flechten in den unterschiedlichsten Formen und Färbungen. 




Es gab Birken, die sich flammend rot färbten ...





und im See wuchs Sumpfschachtelhalm, der interessante Strukturen ins Wasser malte.

Inzwischen ist es kälter und feuchter geworden. Auf dem Weg zu "unserem" See bekamen wir diesmal nasse Füße, da halfen auch die guten wetterfesten Wanderschuhe nicht.

Zum Glück hatten wir ein Mökki (Ferienhaus) mit Sauna. Sowieso hat jedes finnische Haus eine Sauna (sogar im Weihnachtsmanndorf in Rovaniemi hatten wir eine). so konnten wir entspannen und die Schuhe trocknen.


Unsere kleine Wanderung:

https://www.komoot.de/tour/46027047



Unser Ferienhaus in Rauhala am Jerisjärvi

Unser Ferienhaus haben wir in Rauhala gemietet. Das ist etwa 200 km von Rovaniemi entfernt. Für den Weg mieteten wir ein Auto am Flughafen. Wir wussten, dass die Einkaufsmöglichkeiten in Lappland beschränkt sind. Daher kauften wir im Supermarkt alles ein was wir für 9 Tage brauchten. Den Einkaufszettel schrieb ich schon zu Hause. Und dann ging die Fahrt in die Einsamkeit los.  

Der Verkehr wurde merklich ruhiger, die wenigen Autos die unterwegs waren, hielten Abstand, keine Hektik auf der Straße. Vorab machte uns der Vermieter auf Rentiere aufmerksam. Nach Rovaniemi beginnt das Schutzgebiet und da kann es schon mal sein, dass sich die Herden auf die Straße verirrten. Leider bekamen wir da noch keine Rene (so die richtige Mehrzahl von Ren) zu Gesicht.

Je weiter wir in den Norden fuhren, desto schmaler wuchsen die Nadelbäume. Das Laub an den Bäumen wurde goldener und kleine Sträucher breiteten davor rote Teppiche aus.



Da ist unser einsames Haus am See. Es liegt mitten im Wald - nahe am See.



Goldener Herbst - nur für uns :)



Das erste Abendessen stand direkt vor der Haustür - leckere Rotkappen.




Hier entlang geht es zum Jerisjärvi.

Was wir nicht wussten, der Weg war sehr sumpfig und fast nicht zu begehen. Doch wir waren optimistisch und am ersten Tag behielten wir auch trockene Füße.



Ein erster Blick über den See.



Die Autotour:

https://www.komoot.de/tour/45961345





Herbst im finnischen Lappland - Zwischenstopp in Rovaniemi


Mitte Oktober ist im Norden Finnlands Ruska - der Indian Summer in Lappland. Angefixt wurde ich vor drei Jahren. Helena und ich waren in Helsinki bei Freunden zum Wurstfestival eingeladen. Es gab Spezialitäten des Landes u. a. die besonders schmackhaften Moltebeeren. Sie wachsen wohl überall im Land und besonders gut in Lappland. Da ist der Herbst traumhaft schön, wie in Kanada - wurde mir vorgeschwärmt. 
Na, das ist doch mal eine Alternative! Den Herbst in Kanada wollte ich gern mal sehen, doch scheue ich die weite Flugreise - Finnland ist nicht ganz so weit - und so flogen wir am 9. September über Helsinki zum Polarkreis.


Bei strahlendem Sonnernschein und 21 Grad landeten wir abends in Rovaniemi. Der hoteleigene Shuttle brachte uns ins "Santa Claus Village". Hier haben wir zwei Übernachtungen gebucht. 

Natürlich mussten wir als erstes den Polarkreis überspringen, dann schlenderten wir durch das Weihnachtsmanndorf. Der Weihnachtsmann steht das ganze Jahr über für Fotos und Wünscheaufnehmen zur Verfügung. Und natürlich kann man alles mögliche fürs Fest kaufen. Zum Glück gibt es auch Niederlassungen von Marimekko (Stoffe, Bekleidung, Wohnaccessoires) und Iittala (Geschirr und Glas). 

Im Restaurant stand Rentier auf der Speisekarte. Oh je, da werden wohl die Rudi´s in die Pfanne gehauen, die für den Schlitten nicht mehr taugen - doch muss ich gestehen: Lecker war´s.

Das Frühstücksbuffet war überwältigend - nicht nur wegen der ausgesuchten finnischen Spezialitäten. Das gesamte Geschirr bestand aus der Serie "Taika" von Iittala. Ich liebe es!




So kurz vor der Hauptstadt Lapplands wollten wir dann auch Rovaniemi sehen. Und wie es sich für einen Wanderurlaub gehört, war der Weg das Ziel. Pilze wuchsen in jedem Vorgarten, Birken waren hier die Zäune - mehr Abgrenzung braucht man nicht. 

Rovaniemi wurde im zweiten Weltkrieg fast vollständig zerstört. Heute dominieren moderne Bauten. Mittelpunkt ist der Lordi-Platz, der nach dem Sieg der Hardrockband Lordi 2006 so benannt wurde. Der Sänger, Tomi Putaansuu, stammt aus Rovaniemi.

Die Tour habe ich aufgezeichnet bei Komot:

https://www.komoot.de/tour/45842154







Sonntag, September 02, 2018

Sonnengruß



Zum Geburtstag:

Wende Dich stehts der Sonne zu, dann fallen die Schatten hinter Dich.



Donnerstag, August 30, 2018

Neue AMC



Ein neuer Spruch für ein Geburtstagskind .....
...... danke für viele Anregungen und Impulse.




Ausgelesen:



Das Wenige von Alexander von Humboldt wusste ich aus Daniel Kehlmanns "Die Vermessung der Welt". Nun las ich die neue neue Biografie über ihn, der als zweiter Entdecker Südamerikas immer noch verehrt wird.
Alexander von Humboldt war ein gern gesehener Gast in den Berliner Salons. Er diskutierte gern und suchte nach Gesprächspartnern, die ihn und die Wissenschaft voran brachte. Er knüpfte geschickt Kontakte und suchte nach Verbündeten. Goethe zählte zu seinen Zeitgenossen, sie hatten einen regen Gedankenaustausch. Beeindruckt hat mich, wie weit Humboldt voraus denken konnte. So wusste er damals schon, dass Eingriffe in die Natur fatale Einflüsse auf die Umwelt haben konnten. In Südamerika begegnete er der Sklavenhaltung und war angewidert vom Menschenhandel. Bis zum Ende seines langen Lebens arbeitet Alexander von Humbodt an seinem Lebenswerk.
Noch heute ist man dabei die Schriften des Universalgenies zuordnen.

Sonntag, August 19, 2018

Heilende Herzen


Leider kommt es vor, dass liebe Menschen auch mal eine schwere Zeit durchmachen. Da ist es gut eine starke Gruppe im Hintergrund zu wissen. Solche Menschen sind unsere Zicken. In Windeseile hat es jede von uns geschafft ein heilendes Herz zu schicken - das alles in der Ferien- und Urlaubszeit. Ich freue mich sehr, dass es alle geschafft haben zwischen Arbeit, Kofferpacken und Flieger Herzen mit viel Liebe zu nähen.

Fotografiert habe ich leider nur eine kleine Auswahl:
















Da jede Zicke noch Stoff dazu gepackt hat, konnte ich einen großen Quilt nähen. Auf wundersame weise fügten sich alle Stoffe zusammen - diese harmonische Werk kann nur heilende Wirkung haben!



Der Stoff für die Rückwand reichte ganz genau.

Der Quilt wird jetzt Schätzchen genannt :)





Sonntag, August 12, 2018

Eine Tasche zum Geburtstag


Am Wochenende war Geburtstagsparty - dafür gab es natürlich eine Karte



... und ein Geschenk.




Meine Schwester wünschte sich so eine Tasche von mir für ihren Malkram. Ich nähte mir so ein ähnliches Modell vor einigen Jahren, die gefiel ihr wohl.





Und damit sie auch weiß was drin ist, steht es draußen drauf - Malzeug.




Den Stoff habe ich selbst gefärbt - ein schöner Farbverlauf in türkisblau bis grün - und dann gequiltet.




Besonders stolz bin ich auf die Reißverschluss-Lösung. Der kleine Aufwand lohnt sich. Bei meiner Tasche ist das nämlich noch knubbelig - hier ist alles richtig schön.

Die Tasche müsste groß genug sein für Zeichenblock, Skizzenbuch und Stiftebox.


Neu im Bücherregal:


Als meine Nichte geboren wurde, kaufte ich mir endlich eine Overlock-Maschine. So ganz viel genäht habe ich damit noch nicht. Ein paar Loops - aber das ist nun wirklich nicht der Rede wert. Jetzt habe ich einen Grund mehr endlich mit der neuen Maschine zu Nähen.
In dem Buch sind wunderschöne Kleidchen und Hosen für Mädchen. Ausgesucht habe ich es mir, weil die Modelle weit geschnitten sind und somit die Bewegungsfreiheit nicht eingeengt wird.
Hoffentlich kann ich euch bald das erste Kleidchen zeigen.




Sonntag, August 05, 2018

Inspirationen

Auf unseren Streifzügen über die Insel blieb mein Blick an einer Fenstervergitterung hängen:


Hidden wells auf Hiddensee :)



Einmal auf die Idee gekommen suchte ich nach weiteren Vergitterungen:





 ... und fand dann erstaunlich viele Muster:







































Ausgelesen:


Die Erklärung von Raum und Zeit - eingebettet in einem abenteuerlichen Roman - äußerst intelligent geschrieben, spannend bis zum Schluss - kann ich unbedingt empfehlen.




Sonntag, Juli 29, 2018

Neue Inselsprüche



Wir sind gerade zurück von unserer Lieblingsinsel Hiddensee. Hier finden wir viel frische Luft, Ruhe, Entschleunigung ... 



.....  den einen oder anderern Spruch ....



und viel Zeit zum Lesen. 


Ausgelesen:



Vom Titel habe ich mir angenehme spannende Unterhaltung versprochen. Leider suchte ich danach vergeblich. Die Handlung ist vorhersehbar. Für einen Tag am Strand war die Lektüre ok. - mehr nicht.





Etwas spannender ging es mit dem nächsten Buch weiter.
Unerwartet drängt sich ein junges Paaren in das Leben einer Witwe, die keinen Sinn mehr im Leben sieht. Während einer Segeltour verschwindet Marius, bis er völlig verstört wieder auftaucht und der Psychoterror beginnt. Mit Charlotte Link macht man nicht viel falsch, wenn man Unterhaltung sucht.






Der Titel ist mir als Film bekannt, aber ich konnte mich an die Handlung nicht erinnern. Ich glaube auch, den Film nie gesehen zu haben. Jetzt nachdem ich das Buch gelesen habe, werde ich auch den Film gucken.
Den Rahmen bildet ein Gerichtsverfahren im Jahr 1954 auf einer Insel im Nordwesen der USA- ein junger Fischer mit japanischer Abstammung wird beschuldigt seinen Jugendfreund getötet zu haben. Beobachter des Prozesses ist Reporter der Inselzeitung, der das Opfer und den Beschuldigten seit ihrer gemeinsamen Kindheit kennt. Durch ihn wird die Vergangenheit erzählt.
Ein ganz wunderbares Buch, sehr einfühlsam und poetisch.





Anna und Lotte (geboren 1922) sind in Köln aufgewachsen, bis sie nach dem Tod ihrer Eltern als 6-Jährige getrennt wurden. Sie treffen sich 1990 zufällig in einem Wellnesshotel in Spa. Anna hatte ein hartes Leben in Deutschland, Lotte wuchs in Holland auf und weist alles Deutsche von sich. Abwechselnd erzählen sie ihr Leben. Die Geschichten sind sehr einfühlsam und bewegend.


Die Bücher habe ich alle aus unserer Bücher-Telefonzelle zur Insel mitgenommen und anschließend dort ausgesetzt.