Mittwoch, Juli 04, 2018

Textile Art in Berlin

Mitte Juni war Textile Art auf dem Phorms Campus in Berlin-Mitte. Ein besonderer Höhepunkt ist jedes Mal die Ausstellung der Jahressampler. Sie geben ein Bild von der Verschiedenheit der textilen Handarbeit und Textilkunst. Einzige Vorgabe war das Format und die Farbe - lila-gelb - eine besondere Kombination.






In diesem Jahr wurde ich eingeladen an der Ausstellung mitzuwirken - ich hatte wenig Zeit und entschied mich für ein Ginkgoblatt, da ich in den letzten Wochen mit diesem Motiv mehrmals gearbeitet habe.
Das Blatt quiltete ich mit der Maschine. Dabei probierte ich verschiedene Farben und Muster. Das für mich am schönsten nähte ich dann auf den Hintergrundstoff. Den hatte ich vor einiger Zeit selbst gefärbt, er wartete nur auf seinen Einsatz. Die freien Flächen füllte ich mit Stickstichen. Zum Glück hatte ich damals auch Garn in der Farbkombination gefärbt.

Nun zeige ich euch noch ein paar Sampler, die mir sehr gefallen haben:


Batik mit bestickten Yoyos



eine Ginkgo-Chollage




Tanz im Mondlicht 



Sand und Meer



Landschaft



Berliner Marathon




Häuser




Ruth´s Kombination


Die Sampler haben keine Namen - die  Titel sind willkürlich von mir gewählt.



Ausgelesen:


Ein Kaleidoskop unterschiedlichster Menschen trifft in einem Lokal in Frankfurt am Main regelmäßig aufeinander. Es sind Menschen mit Geld, Träumen und einer gewissen Großspurigkeit. Sie halten sich für für was besseres und sind doch nur arme Wichte.
Ivana hält die Geschichten zusammen, denn sie putzt die Wohnungen.
Und es gibt die Planung eines großen Festes mit dem sich ein windiger Geschäftsmann, rehabilitieren möchte.
Die Figuren sind fein skizziert. Man liest auf altmodische Art schöne Sätze und lange Beschreibungen. Sehr elegant wird die Vorbereitung des Festes mit dem Ausbruch der Bürgerkriege in Jugoslawien miteinander verwoben.



Samstag, Juni 30, 2018

Lavendelmotte

Danke für eure Reaktionen zu den Färbeposts. Ich weiß auch nicht warum, aber seit ich die Datenschutzgeschichten im Blog eingegeben habe, kamen keine Kommentare mehr. Dabei habe ich sonst nichts verändert. 

Jetzt habe ich die Moderation ganz herausgenommen, nun geht es.



Für Astrid habe ich ja die schönen bunten Stoffe gefärbt. Letzte Woche habe ich sie getroffen und konnte ihr den Strauß bunter Stoffe übergeben. Das Färben war für mich Freude genug, aber Astrid hatte ein liebevolles Päckchen für mich dabei. Darin war unter anderem die entzückende Motte, gefüllt mit Lavendelblüten. Sie ist viel zu schade, um im Schrank zwischen den Pullovern zu liegen. Ich werde sie mit ins Büro nehmen und ab und zu mal den Duft verströmen lassen.



Ausglesen:


Ein intensives Sachbuch, was sich spannend liest wie ein Roman. 

Als ich vor 12 Jahren begann diesen Blog zu schreiben, dachte ich nie, dass ich Jahre später mit einem kleinen Computer in der Tasche durch die Gegend wandern werde. Immer und überall kann man sich mit dem Internet verbinden, Informationen abrufen und Nachrichten verschicken. Und immer und überall versprüht man Daten - eigentlich nicht schlimm, denkt man, aber was passiert damit?
Das Buch analysiert was mit uns passiert und wohin das führen kann. Die Digitalisierung wirkt auf unser Denken und Handeln, auf unsere Gefühle und Kommunikation - was unbegrenzte Freiheit verspricht, grenzt uns ein.
Noch 12 Jahre später - was wird da sein - ich glaube nicht, dass wir uns vorstellen können, was möglich sein wird.
Ein Buch, das ich jedem Menschen zu lesen nur empfehlen kann!







Freitag, Juni 29, 2018

Färbefest - Teil 2

Weil wir Platz, Muße und Zeit hatten, probierten wir beim Färbefest auch Sunprint aus.


Hier habe ich zu Demonstrationszwecken ein Stück Stoff mit EMO-Sunprint bemalt und dann mit feinen Pflanzenteilen und einem Gitter belegt. Anschließend bestreute ich die Fläche großzügig mit Salz.



So sieht es dann aus, wenn der Stoff in Ruhe getrocknet ist.





Kathrin experimentierte dann weiter mit Schablonen, Blättern und verschiedenen Salzarten.




In der Mittagspause zeigte uns Kerstin ihren neuen Quilt. Die Blöcke wünschte sie sich von den Zicken zum 50. Geburtstag. Leider passten die geschenkten Blöcke nicht zusammen, wir mussten noch viel trennen und neu zusammennähen. Doch was lange währte wurde endlich gut:



Ein Spiderweb - lustig bunt. 



Die Decke hat sie in den Rauten handgequiltet.


Den zweiten Quilt zeigte Meg:


Ein Haus für Meg - sie bekam die Blöcke auch zu einem runden Geburtstag. Eigentlich war noch ein Dach geplant, leider hat uns der Dachdecker versetzt .
Doch Meg hat das wunderbar gelöst, denn ihr Haus steht im Grunewald :)




Ausgelesen:



Von Isabel Allende "Von Liebe und Schatten" - ein poetischer, kraftvoller Roman wie ich finde. Die Geschichte spielt in Chile. Die Journalistin Irene und der Fotograf Franciso sind auf der Suche nach Menschen, die durch die Diktatur verschleppt wurden. Sie begeben sich in Gefahr und finden auch zueinander. Leidenschaft, Mut und Angst - ein besonderes Buch.

Dienstag, Juni 19, 2018

Neue Farben :)



Letztes Wochenende war wieder Färbefest bei Kerstin. Das Wetter meinte es gut mit uns, es war weder zu kalt, noch zu warm. Ich schätze mal es waren so etwa 25 Grad. Jede von uns hatte einen großen Tisch. So hatten wir viel Platz für all die Behälter, Tüten und Farben.




Astrid möchte schon lange einen Magnolienquilt nähen. Leider hatte sie am Samstag keine Zeit um selbst zu färben. Da ich keine besonderen Farben brauchte, bot ich mich an für sie verschiedene Töne zu färben. Dafür habe ich mir einen Plan geschrieben. 

Und das ist die schöne Palette:


Gemacht habe ich das so:
Ich stelle 6 Plastekontainer auf den Tisch. (bei mir sind das große Eisbehälter)
Da hinein gebe ich eine 6-Liter-Plastetüte.
In jede Tüte gieße ich etwa 50 ml Wasser.
In dieses Wasser gebe ich jeweils die Farblösung - 30 ml; 15 ml; 7,5 ml; 3,75 ml; 24 Tropfen; 12 Tropfen.
Die Prozedur machte ich einmal mit Magenta, einmal mit Fuchsia und einmal je zur Hälfte Magenta und Fuchsia. Das sind dann 18 Stoffe.
Die letzten 6 Stoffe habe ich mit wenigen Tropfen gefärbt, so sind die ganz hellen Töne entstanden.

In das Farb/Wassergemisch gebe ich die Stoffstücke. Hier waren sie etwa 50 x 40 cm groß. Den Stoff muss man in der Tüte gut durchkneten. Zum Schluss gebe ich etwa 60 ml Sodawasser zur Fixierung dazu. Dann wird die Tüte nochmals durchgeknetet, zugebunden und ab in die Wanne. Dort bleiben sie bis zum nächsten Tag.



Am Ende des Tages war die Wanne voll mit pinken Tüten.




Am Sonntag schnitt ich alle Knoten von den Tüten und goß die Stoffe auf den Rasen. Ich spülte sie kurz mit dem Gartenschlauch ab und gab dann alles in die Waschmaschine. Hell und dunkel, rot und grün - ich wasche alles zusammen - die Stoffe waren noch nie verfärbt





Die Magnolie braucht auch ein bisschen grün.





Irgendwann gingen mir die Ideen aus und ich habe ein bisschen was anderes gemischt. Ich hoffe auch diese Stoffe gefallen ihr :)




Mit den allerletzten Farben habe ich experimentiert. Ich drapierte weiße Stoffe in die sechs Kontainer Dann übergoß ich sie mit verschiedenen Farben und der Sodalösung. Diese Stoffe knetete ich nicht durch. Die Farben laufen wie sie wollen, so entstehen immer besondere Farbspiele.


Ausgelesen:


Nachdem mir die Geschichte "Die Netzflickerin" schon so gefallen hat, habe ich aus der Bücherzelle dieses Buch gefischt. "Die Sonnenuhr" ist eine besondere Geschichte um eine Frau, die in das Leben ihrer verstorbenen Freundin schlüpft. Sehr unterhaltend, spannend und schön geschrieben.





Sonntag, Juni 03, 2018

Geburtstagsgrüße im Mai

Leider kann man nicht immer persönlich zum Geburtstag gratulieren. Dafür gibt es Karten :)



für Anneli




für Hella





Ausgelesen:


....... ein Krimi der auf einem Kreuzfahrtschiff spielt. Besonders dadurch ergeben sich spannende Situationen, denn wenn so ein großer Kasten in See gestochen ist, gibt es kein Entkommen. 
Liest sich schnell, ist unterhaltend - mehr braucht ein Krimi nicht.

Sonntag, Mai 27, 2018

Immer an der Unstrut entlang


Über das Himmelfahrts-Wochenende waren wir wieder mit dem Rad unterwegs. Immer an der Saale lang ging es in den letzten zwei Jahren. Die erste Tour führte von der Quelle nach Naumburg, ein Jahr später war in Naumburg Start und Ziel war in der Nähe von Magdeburg, wo die Saale in die Elbe floß. 
Da uns die Gegend ringsum so gefallen hat, lag es nahe, auch die Unstrut zu erradeln.




Wir reisten ab Berlin über Leipzig nach Leinefelde mit dem Zug an. Das allein ist schon Abenteuer genug - enge Züge, defekte Türen, vier Räder, acht Taschen. Das alles musste zügig ein- und wieder ausgeladen werden. Zum Glück behielten wir die Nerven - das Radeln konnte beginnen.



Die erste Etappe führte von Leinefelde zur Unstrutquelle nach Kefferhausen. Nach einem erfrischendem Fußbad ging es richtig los.



Wir radelten durch den Frühling - frisches Grün, blauer Himmel und Duftwolken ließen die Kilometer rasch schrumpfen.



Nach 30 Kilometers kamen wir völlig ausgepowert in Mühlhausen an. (Einige Berge stellten sich uns unverhofft in den Weg.) Quartier fanden wir im Gasthaus der Weidenmühle. Ich hatte nicht mal mehr Lust in die Stadt zu gehen. Nach einem schönen Abendessen fiel ich nur noch ins Bett.
Dafür bin ich morgens um 6 Uhr los und stattete der Stadt der Tore und Kirchen einen kurzen Besuch ab. Das war auf jeden Fall richtig, Mühlhausen hat mich sehr überrascht - wunderschön.


Die zweite Etappe - von Mühlhausen nach Straußfurt



Nach einem ausgiebigen Frühstück waren die Taschen schnell gepackt.




Kurz vor dem Bahnhof wurde noch mal die Route gecheckt.



Und dann ging es wieder los - quer durchs Land, immer am Flüsschen entlang.



Gelegenheit zur Rast bot sich am Himmelfahrts-Tag vielfach.

Später mussten wir uns sputen, da uns ein Gewitter im Nacken saß. Zum Glück wurden wir vom großen Regenguss verschont. Lediglich die letzten Kilometer fuhren wir im Nieselregen zu unserem nächsten Quartier nach Straußfurt. Insgesamt waren wir mehr als 60 Kilometer unterwegs.


Dritte Etappe nach Roßleben



Morgens hingen die Wolken noch tief. Wieder liegen etwa 60 Kilometer vor uns.




Ein kurzer Stop in Sömmerda brachte uns einen netten Plausch mit zwei Einheimischen ein. Sie wetteiferten wer uns die beste Tour präsentierte. Überhaupt sind die Menschen auf unseren Wegen immer sehr aufgeschlossen. Sie erzählen gern von ihrer Stadt und wollen wissen woher wir kommen und wohin es geht.
  



Ein Herr begleitete uns per Rad sogar bis zur Dreyse-Mühle, so dass wir unseren Fluss schnell wieder fanden.




Und dann bekam der Himmel wieder mehr Farbe. 



So radelte es sich weiter durch Feld und Flur - bis nach Roßlau.


Vierte Etappe - von Roßleben bis Naumburg


Quartier bezogen wir in der Pension Am Weinberg. Nach der anstrengenden Tour erwartete uns eine überaus herzliche Gastgeberin. Neben den liebevoll eingerichtete Zimmern gab es ein besonderes Bonbon: wir konnten kurzfristig Massagen buchen. So entspannt genossen wir Pizza und Unstrutwein auf der geräumigen Terrasse. 



Es lagen noch mal 50 Kilometer vor uns - und Zeit im Nacken, denn wir mussten den Zug in Naumburg um 15:20 Uhr erreichen.



Schade, denn auf der letzten Etappe lagen noch viele Sehenswürdigkeiten:
der Fundort der Himmelsscheibe von Nebra, das steinernde Bilderbuch in Großjena, und Freyburg.
Aber wir können ja wieder kommen - es gibt genug zu entdecken.




Montag, Mai 21, 2018

Genäht wurde auch


Ein Quilt für Fridolin

Das Programm unseres Familienurlaubs in der Prignitz war gut gefüllt. Am Tage wanderten wir durch die Gegend, abends haben wir gegrillt und anschließend gespielt. Das Wetter war so gut, dass wir fast immer draußen sitzen konnten.
So fiel es Tine und mir schwer uns zum Nähen zu motivieren. Doch auch Fridolin sollte eine Entdeckerdecke bekommen. Die Blöcke hatte ich schon in Wahlsdorf genäht. Tine musste also "nur" noch das Top nähen.

Die Blöcke entstehen aus 9-Patches, so wie hier:


Je Block braucht man vier Motive, eine farbige Mitte und Hintergrundstoff. Es ist nicht wichtig, dass die Motive zusammen passen, denn hinterher wird alles zerschnitten.




Und zwar immer durch die Mitte.




Für Fridolin sollten die Blöcke schön farbenfroh sein. Hier haben wir erst mal geguckt was da ist. Dann beginnt das Puzzeln. Man kann die Blöcke wild mischen oder ordentlich sortieren. Ich persönlich favorisiere die Ordnung - denn das Kind soll die bunten Motive entdecken. Aber das kann man machen wie es gefällt.




Eine Woche später kam Tine dann nach Hause um den Quilt fertig zu stellen. Sie hat diagonal durch die Motive gequiltet. 




Die Rückseite ist gestückelt. Erstens hatte ich kein ausreichend großes Stück das gefallen hat. Zweitens finde ich gut, wenn für Babys viel Farbe im Spiel ist.