Samstag, November 26, 2011

Advent und Besinnlichkeit

Ich wünsche Euch allen einen friedlichen besinnlichen ersten Advent!

Den Adventskranz mache ich immer selbst. Dazu muss ich mich aber jedes Mal gut motivieren, denn der Gedanke an Kälte und pickigen Nadeln lassen die Lust schwinden.
Wenn meine Tochter nicht wäre, die großen Wert auf den traditionellen Kranz legt, würde ich sicherlich mal einen kaufen. Jeder sagt ja auch, warum kaufst Du Dir keinen, die kosten gebunden nur ein paar Euro. Ja, sage ich dann, die sind aber nicht so schön. Ich hole das Grün von meiner Mutti, es wird dann ganz frisch geschnittenn und ich kann den Kranz schön üppig in zwei Runden binden. Wenn ich das Grün geholt habe, mache ich es mir auf der Terrasse bequem, d. h. ich ziehe warme Sachen an, mache mir einen heißen Tee und schneide alles gut zurecht. Und dann habe ich jedesmal so ein gutes Gefühl beim Kranzmachen. Ich denke an meine Familie, an Weihnachten und Besinnlichkeit - dann werde ich ganz ruhig und merke, dass es richtig ist - es ist wie Meditation und die Vorfreude auf den schönen Kranz wächst und wächst. Mehr Entschleunigung geht nicht.


Heute morgen habe ich in unserer Zeitung einen Bericht über einen neuen Buchladen gelesen. Er wird in Potsdam in der Geschwister-Scholl-Straße eröffnet - dort haben wir 10 Jahre gewohnt. Ich wünsche den beiden jungen Frauen viel, viel Erfolg und Durchhaltevermögen. Denn in Zeiten großer Buchhandels-Ketten schließen mehr Buchläden als öffnen. Carsten Wist - ein Buchhändler aus Potsdam - meinte zur Eröffnung: "Es gibt viele Wege sich zu ruinieren. Ein Buchladen ist sicher der stilvollste".
Meine Bücher kaufe ich seit vielen Jahren bei Herrn Wist und hoffe mit meinen bescheidenen Umsätzen zum Erhalt dieses Ladens beizutragen. Denn ich liebe es in Buchläden zu stöbern. Solche kleinen Läden haben eine Seele, sind sehr individuell und spiegeln vielmehr wider als nur Konsum. Daher möchte ich Euch anregen - wenn ihr Bücher verschenkt, denkt an Eure kleinen Läden um die Ecke.
Auch wenn nicht alles vorrätig ist, nach Bestellung ist das gewünschte Buch schon am nächsten Tag da - und diese Zeit sollten wir uns nehmen, um diese besonderen Läden zu erhalten.

Samstag, November 19, 2011

Sommerregen

Für eine Ausstellung des Patchworktreff Berlin-Brandenburg habe ich in den letzten Wochen genäht und experimentiert.
Zum Thema "Mythen und Legenden" hatte ich gleich eine Idee.

Vor zwei Jahren wurden Wally und ich beim Walken zum See vom Regen überrascht. Es war warm und wir wollten nicht auf unser Bad verzichten. Es war ein unbeschreibliches Gefühl zu schwimmen - im Regen - im Wasser.

Wasser von oben und von unten - die Tropfen und der Klang dazu - tauchten uns in eine neue, geheimnisvolle Welt.

Den Stoff habe ich bestempelt und bemalt, gequiltet und bestickt.


So tanzten wir im Regen - umgeben von verzauberten Tropfen.


Sommerregen

,

Wanderstoff

Das Tauschen und Bearbeiten von Stoffen hat uns schon im Sommer gefallen.
Daher verabredeten wir sofort einen neuen Tausch - mit Stoffen, die am Wochenende entstanden sind. Diemal gaben wir uns nur 6 Wochen Zeit. Schnelle Entscheidung und Umsetzung kann man so ganz gut trainieren.

Kerstins Fische hatte ich schon letzte Woche gepostet.
Ich finde ja die Umsetzung des Ausgangsstoffes genial.


Das war der Ausgangsstoff.


Mein Stoff war dann eine andere Herausforderung - "schön" ist was anderes.




Ich bin begeistert - goldene Tupfen und eine versteckte Botschaft - danke an Kerstin, Helena und Elke.


Die Botschaft lautet:

"Worte verbinden nur, wo unsere Wellenlängen längst übereinstimmen"
von Max Frisch.





Dienstag, November 15, 2011

immer wieder Wahlsdorf

Das zweite Novemberwochenende ist immer Zicken-Wochenende in Wahlsdorf.
Wie oft wir inzwischen da waren weiß ich gar nicht. Hat mal einer mitgezählt?
Da Renate Geburtstag hatte, gab es Sekt zur Begrüßung.

Doch erst mal mussten die Geschenke ausgepackt werden. Unter anderem hat jede von uns winzige Blöckchen genäht.

Zwei Inch klein sind diese Winzlinge - alles Waldmotive genäht aus Batiks.



Natürlich wurden die neuesten Quilts ausgiebig gestreichelt. Besonders weich ist der Babyquilt von Meg - genäht aus selbstgefärbten Stoffen kombiniert mit Batiks und superweichem Vlies - ein Traum.


Kerstin bekam ihren Wanderstoff von mir wieder.

Losgeschickt hat sie einen weiß-orange gestreiften Stoff. Helena hat gleich eine Steilvorlage geliefert - lustige Clownsfische tummeln sich jetzt im Wasser. Elke und ich konnten somit "nur" noch die Unterwasserwelt liefern. Wie erwartet hat sich Kerstin sehr gefreut - das gute Stück wird jetzt eingerahmt und wird das Bad schmücken.



Genäht habe ich auch ein bisschen - vor allem Taschen, die zeige ich ein anderes Mal.



Ausgelesen:



Ein sehr, sehr schönes Buch - aber auch sehr, sehr zu Herzen gehend.
Die Geschichte zweier Menschen, die beide ein riesiges Kindheitstrauma durchs Leben schleppen. Die ersten beiden Kapitel haben es so sehr in sich, dass man immerzu daran denken muss. Das Buch ist nichts für schwache Nerven, obwohl es kein Krimi, Triller o. ä. ist.
Gelernt habe ich, was Zwillingsprimzahlen sind - sie stehen dicht beieinander, sind aber immer getrennt - sie können niemals zusammen kommen (z. B. 5 und 7 oder 11 und 13 ...)
Sehr lesenswert.

Sonntag, November 06, 2011

Stoffmarkt in Potsdam

Stoffmarkt in Potsdam - der 4. in diesem Jahr.
Wenn man morgens um 10 Uhr schon dort ist, kann man noch in Ruhe stöbern. Jedenfalls war es die letzten Male so. Der Trick muss sich rumgesprochen haben :) heute waren die Stände schon gut umringt und es wurde gekauft, als gäbs nie wieder Stoff.

Riesige Behältnisse wurden dafür mitgebracht - und frau hat die Arme frei für noch mehr Stoff



Details der Herstellung wurden gleich mitgeliefert: Als Träger dienen passende pinkfarbene Hundeleinen - sehr strapazierfähig. Darauf muss man erst mal kommen :)



Man mag ja zum Wiederaufbau des Stadtschlosses stehen wie man will, aber der Bau wächst unaufhörlich. Inzwischen kann auch ich mir vorstellen, wie es werden wird. Hier kann man zugucken wie der Bau vorangeht.


Gekauft habe ich dann auch, ein bisschen roten Walkstoff für Winterkissen und zarte Rosen.


Ausgelesen:

Ein ganz entzückendes Buch hat meine Schwester mir zum Geburtstag geschenkt.
Eine Leseratte und ein Fast-Analphabet lernen sich beim Taubenzählen kennen. Eine wunderbare Erzählung übers Lesen, Leben und die Verschiedenheit der Menschen.
Wer wie ich hauptsächlich vor dem Einschlafen liest, wird nach dem Zuklappen des Buches
gute Gedanken und angenehme Träume haben.
Sehr lesenswert!

Montag, Oktober 31, 2011

Die Nacht des Schreckens

Unsere Party war gestern schön gruselig -
mit blutenden Händen, Glubschaugen und Kostümen.


Heute ziehen die Kleinen um die Häuser und hoffen auf Süßes.
Hausspinne Klara lautert schon!


Zum Türöffnen haben wir Besuch eingeladen.


Es gibt aber süße Belohnung!


Samstag, Oktober 22, 2011

Spaß mit Farben in der Wohnung

Freitag nachmittag war ich bei Anneli zum Sunprinten eingeladen. Sie hat bei Helena EMO-Sunprint-Farben bestellt und wollte sie endlich ausprobieren.



Mit von der Partie waren Heidi und Patricia.

Auch mit sehr wenig Platz kann man super in der Wohnung färben - wenn man sich gut vorbereitet. Als Unterlage für die Stoffe nehme ich gern Bleche, große Deckel oder Bretter, die zum Schutz eine Mülltüte bekommen. Der Stoff hat in etwa die Größe der Unterlage.
Die vier Gläser mit der Farbe nehmen auch nicht viel Platz weg.
Jetzt brauchen wir noch Materialien fürs Sunprinten.
Ganz klassisch hatte jede von uns Blätter gesammelt, gepresst im Katalog oder in der Dose.



Die Stoffe haben wir vor dem Bemalen mit Wasser eingesprüht, dadurch verlaufen die Farben besser. Belegt mit Blättern muss jetzt nur noch alles gut trocknen. Damit sie uns nicht im Wege sind, kamen sie unters Bett. Jede von uns hat zwei oder drei Stoffe gestaltet.


Meine Stoffe habe ich zu Hause auf die Heizung gestellt. Beim Transport wurden einige Blätter ein bisschen verschoben (man sieht die Schatten). Ich finde das aber sehr reizvoll.



Um mal was Neues zu machen, habe ich Druckemulsion mitgebracht. Vier kleine Kleckse verteilte ich auf einen Dosendeckel, darauf kamen je zwei Tropfen EMO-Pigmente.
Die Farbe ist total ergiebig und sehr gut mischbar wie man hier sieht.



Kreativität auf engstem Raum - alle arbeiten konzentriert, Farbe und Stempel sind in der Mitte für alle erreichbar. Ich war erstaunt, wie einfach alles ging.


Heidi hat die Ranke auf den Stoff gelegt und ringsrum gepinselt. Jetzt muss es trocknen. Ich bin gespannt wie der Druck geworden ist.



Patricia war auch ganz begeistert - 30 Jahre Druckabstinenz müssen nachgeholt werden :)


Besonders spielerisch ging Anneli mit den verschiedenen Farben und Formen um.


Das Beste zum Schluß:

Erzgebirgische Pilzsuppe, hmm war die lecker!



Ein Geschenk von Anneli für mich



Traumapfel mit liebevoller Stickerei.
Ist der schön?!

Donnerstag, Oktober 20, 2011

Modepüppchen

Für Laura gab es zum Geburtstag ein Modepüppchen und nicht wie vermutet eine Hexe :)

Leider ist mir ein Bild der Karte für das zweiten Oktobergeburtstagskind abhanden gekommen. Da habe ich gelbe Stoffstreifen mit Zierstichen verbunden und hinterher mit der Maschine freihand Blümchen aufgestickt. Vielleicht macht Ines ja noch ein Foto.


Ausgelesen:

Was habe ich gelacht - ein tolles Buches für Katzenliebhaber.
Damit man sich alles wirklich ganz genau vorstellen kann, hat Herr Schmitz seine Geschichten und Beschreibungen mit detailreiche Zeichnungen und Fotos ergänzt.
Mich würde interessieren, ob es Leute ohne Katzen genau so lustig finden.
Katzenfans unbedingt lesen!

Herzallerliebst kommt Jane Austen mit der Geschiche um Catherines Liebesgeschichte daher.
Eine hübsche Abwechslung, romantische Beschreibungen um das "langweilige" Leben des englischen Landadels. Ich konnte es selbst nicht fassen, zum Ende hin konnte ich mich kaum von der Lektüre lesen - Spannung! :)
Für Romantiker - lesenswert.

Samstag, Oktober 15, 2011

Kunstwanderweg - Die Nordroute

Gestern sind wir bei schönstem Sonnenschein den anderen Teil des Kunstwanderwegs gelaufen.
Mit dem Zug um 9:34 Uhr fuhren wir in Michendorf los und kamen gegen 10:00 Uhr in Wiesenburg an. Der Weg geht über Schlamau. Da wir im Frühling schon dort waren, ließen wir diesen Teil der Route aus und schummelten somit ein paar Kilometer weg.

Besonders beeindruckt hat uns Schmerwitz - eine kleine Gemeinde auf dem Weg.

Etwas abseits vom Wanderweg liegt das Schloß. Im Pavillion ließ es sich gut rasten.


Leider zerfällt es - nebenan sind die alten Plattenbauten und Backsteinhäuser modernisiert worden. Ein Bildungszentrum und eine Seniorenresidenz befinden sich auf dem großen Gelände.

Als ich heute recherchierte wer vor der Wende das Schloss benutzte, stieß ich auf das NVA-Forum. Die Kampfgruppen hatten hier ihre Eliteschule - jetzt gammelt alles vor sich in.


Das Schloss hat aber großes Potential - sehr idyllisch gelegen, nah genug zur Großstadt wartet es auf einen Investor. Platz und Ruhe für kreative Ideen gibt es hier allemal.


Carl Friedrich Brandt von Lindau ließ es 1736 errichten. Die Länderein nutzt zur Zeit Bioland. Man kann im Hofladen stöbern oder im Café der Keramikwerkstatt "Königsblau" schlemmen. Wir waren aber gut gestärkt und der Weg war noch lang. Ein Besuch der Schmuckwerkstatt muss also auch noch warten.


Auch sonst gibt es so viel in Schmerwitz zu sehen, dass wir glatt das erste am Weg liegende Kunstwerk ignorierten/übersahen.


Ab Ortsausgang geht es ein Stück Landstraße entlang. Bald biegt man nach rechts und steht staunend vor dieser Skulptur,
Wir machten uns Gedanken - Landschaft Gebärende (weibliche Figur - Steine des Fläming)?

andere Perspektive - Spagelstange? sehr unglaubhaft!


keine Erklärung - aber ein Gedicht


Ein Stück weiter gabs was zu gucken - ich sehe was, was du nicht siehst.


"fehlt ein Feldstein fällt ein Seel rein"


noch ein lustiges Wortspiel


Blöd, dass jetzt eine Stele mit Erklärungen zu all dem kam.
Diese Objekte gehören alle zusammen zum Thema Wanderungen - von Menschen, Tieren, Steinen, Blicken.
Schade, denn der Lichtfresser hat sich unseren Blicken entzogen. Und die singende Feldsteingöttin hätte ich mir unter diesem Aspekt gern genauer angesehen.

Wer also wie wir den Weg von Wiesenburg nach Belzig macht, der sollte sich eine Erklärung mitnehmen.


"Ein Wasserfall für den Fläming" von Wolfgang Buntrock

Den Wasserfall kann jeder selbst entstehen lassen - in der Fantasie.


Und dann waren wir auch schon auf dem Hagelberg - für lange Zeit der einzige Berg (weil über 200 m) im Land Brandenburg. Bis neu vermessen wurde - der Kutschenberg im Landkreis-Oberspreewald-Lausitz ist 0,5 m höher.
Wie auch immer - von hier aus kann man unseren Weg gut erspähen - immer den Hecken entlang.

Das schönste am Wandern ist ja immer noch das Picknicken, oder?


Hinter Hagelberg wartete die Schlange auf uns - in Stein gebannt ließ sie uns weiter ziehen.


Wer hat all die Steine gestapelt? Ich vermute die örtlichen Bauern haben diese Initiative gestartet, um irgendwann ihre Felder steinfrei zu bekommen. Es entstehen hier Steinburgen, Steinwälle und Steinschlangen.



Unser Werk wurde unter bautechnischer Fachaufsicht gebaut. Ob es noch steht wenn wir wiederkommen?


Gleich in der Nähe ist ein Hirsch im Gelände zu sehen - starr und stumm guckt er in die Landschaft - "Jagd".


Gefallen hat mir "Unter Kiefern" - unaufdringlich fügt es sich in die Landschaft.


Noch unauffälliger ist "Intermezzo".
Man muss schon ganz genau hinschauen - interessant und vergänglich.

Wir haben ganz schön rumgebummelt. Um 17:00 Uhr fuhr der Zug, so dass wir die Einkehr in Belzig ausfallen ließen.